Das Programm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt zahlreiche Kommunen, Initiativen, Vereine und engagierte Einzelpersonen, die sich mit ihrem Engagement für eine lebendige Demokratie, für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander einsetzen und gegen menschenverachtende Ideologien und Einstellungen wie Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus, Antiziganismus, Ultranationalismus, Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit, gewaltbereiter Salafismus bzw. Dschihadismus u. a. einstehen.

Das Programm beginnt 2020 seine zweite Förderperiode die bis 2024 andauern wird. Die erste Förderperiode erstreckte sich von 2015 bis 2019.

In der zweiten Förderperiode wurden die Ziele des Bundesprogramms neu justiert und stärker fokussiert – vor allem mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und auf Grundlage der gewonnenen Erfahrungen.

Das Programm setzt auf verschiedenen Ebenen mit je unterschiedlicher Wirkrichtung an, indem es Projekte sowohl mit kommunalem, als auch mit regionalem und überregionalem Bezug mit unterschiedlichen Wirkrichtungen fördert.


Kernziele der zweiten Förderperiode:

Demokratie fördern 

  • "Demokratie leben!" stärkt das Verständnis für Demokratie, die demokratische Bildung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. In den geförderten Projekten geht es um grundlegende Prinzipien wie Rechtstaatlichkeit, Gleichwertigkeit, den Schutz der Menschenrechte und gesellschaftliche Teilhabe an politischen Prozessen. Insbesondere Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen ihre Teilhabe- und Mitbestimmungsrechte vermittelt werden.

Vielfalt gestalten 

  • "Demokratie leben!“ erarbeitet Lösungen, um allen Menschen ein diskriminierungsfreies Leben zu ermöglichen. Ziel ist es, dass die Gesellschaft Vielfalt als Chance begreift und Widersprüche aushält. Die Projekte fördern das Verständnis für Vielfalt und Respekt sowie die Anerkennung von Diversität.

Extremismus vorbeugen 

  • "Demokratie leben!" will die Entstehung demokratie- und menschenfeindlicher Phänomene sowie extremistischer Einstellungen möglichst verhindern und dennoch stattfindende Radikalisierungsprozesse frühzeitig unterbrechen.  

Struktur des Bundesprogramms 

Handlungsbereich Kommune

  • Partnerschaften für Demokratie 
    Kommunale Gebietskörperschaften (Städte, Landkreise und kommunale Zusammenschlüsse) werden vom Programm im Aufbau von "Partnerschaften für Demokratie" in Form von strukturell angelegten lokalen bzw. regionalen Bündnissen unterstützt. In diesen kommen Verantwortliche aus der kommunalen Politik und Verwaltung sowie Aktive aus der Zivilgesellschaft - aus Vereinen und Verbänden über Kirchen bis hin zu bürgerschaftlich Engagierten - zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Strategien und Handlungsoptionen im Hinblick auf lokale Problemlagen und sezten sie um.

Handlungsbereich Land

  • Demokratiezentren
    Die Demokratiezentren unterstützen in jedem Bundesland die Ausarbeitung und Weiterentwicklung von Konzepten zur Förderung demokratischer Vielfalt und koordinieren die Arbeit der Beratungs- und Präventionsangebote (Mobile Beratung, Opferberatung, Distanzierungs- und Ausstiegsberatung).

Handlungsbereich Bund 

  • Kompetenzzentren und -netzwerke
    Die Kompetenzzentren und - netzwerke entwickeln in dem von ihnen bearbeiteten Themenfeld die inhaltliche Expertise weiter. Ein Kompetenznetzwerk besteht aus fünf unterschiedlichen Trägern, die verschiedene Aufgaben in dem jeweiligen Themenfeld wahrnehmen. In einem Kompetenzzentrum bearbeitet ein Träger alle Aufgaben eines Themenfeldes.  

Handlungsbereich Modellprojekte

  • Handlungsfeld Demokratieförderung
    Das wichtigste Ziel des Handlungsfeldes ist es Kindern und Jugendlichen den Wert von aktiver Partzipation in der Demokratie zu vermitteln. Es umfasst zwei Themenfelder:
    • Demokratieförderung im Kinderalter
    • Demokratieförderung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter
  • Handlungsfeld Vielfaltgestaltung
    Die Projekte in diesem Handlungsfeld sollen die Anerkennung von Diversität wie auch das Verständnis für  Vielfalt und Respekt fördern. Themenfelder sind:
    • Antisemitismus
    • Antiziganismus
    • Islam- und Muslimfeindlichkeit
    • Homosexuellen- und Trans*feindlichkeit
    • Rassismus
    • Chancen und Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft - Vielfalt und Antidiskriminierung
  • Handlungsfeld Extremismusprävention
    Im Bereich der Sekundär- und Tertiärprävention sollen Methoden entwickelt werden, um stattfindenden Radikalisierungsprozessen entgegenzuwirken. Dies geschieht u.a. in folgenden Themenfeldern:
    • Rechtsextremismus
    • Islamistischer Extremismus
    • Prävention und Deradikalisierung im Strafvollzug und in der Bewährungshilfe  

Weitere Infos finden Sie auf der Homepage des Bundesprogramms "Demokratie leben!" sowie in leichter Sprache unter dem Link "Demokratie leben! / Leichte Sprache".
Ausgewählte Bildungsmaterialien
zu den Themen:
Rechtsextremismus
Rassismus
Antimuslimischer Rassismus
Antiziganismus
Antisemitismus
Flucht und Asyl
Nationalsozialismus
Religiöser Fundamentalismus
Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft
Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit