Das Programm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt mit mehr als 100 Millionen Euro zahlreiche Initiativen, Vereine und engagierte Einzelpersonen, die mit ihrem Engagement demokratiefeindliche und menschenverachtende Ideologien und Einstellungen wie Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Antiziganismus, Ultranationalismus, Homophobie, gewaltbereiter Salafismus bzw. Dschihadismus u. a. zurückdrängen und für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander einstehen.

Das Programm setzt auf verschiedenen Ebenen mit je unterschiedlicher Wirkrichtung an, indem es Projekte sowohl mit kommunalem, als auch mit regionalem und überregionalem Bezug mit unterschiedlichen Wirkrichtungen fördert.

Zu den unterschiedlichen Programmbereichen zählen:

Nachhaltige Strukturen

  • Partnerschaften für Demokratie 
    Kommunale Gebietskörperschaften (Städte, Landkreise und kommunale Zusammenschlüsse) werden vom Programm im Aufbau von "Partnerschaften für Demokratie" in Form von strukturell angelegten lokalen bzw. regionalen Bündnissen unterstützt. In diesen kommen Verantwortliche aus der kommunalen Politik und Verwaltung sowie Aktive aus der Zivilgesellschaft - aus Vereinen und Verbänden über Kirchen bis hin zu bürgerschaftlich Engagierten - zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Strategien und Handlungsoptionen im Hinblick auf lokale Problemlagen und sezten sie um.
  • Demokratiezentren
    Die Demokratiezentren unterstützen in jedem Bundesland die Ausarbeitung und Weiterentwicklung von Konzepten zur Förderung demokratischer Vielfalt. Weiterhin vernetzen sie die verschiedenen aktiven lokalen Träger, vor allem die "Partnerschaften für Demokratie", sind Ansprechpartner insbesondere für die Akteure im Programm "Demokratie leben!"  und koordinieren die Arbeit der Beratungs- und Präventionsangebote (Mobile Beratung, Opferberatung, Distanzierungs- und Ausstiegsberatung).
  • Strukturförderung zum bundeszentralen Träger
    Auf Grundlage dieses Konzepts werden gezielt bundesweit agierende nichtstaatliche Organisationen gefördert, die sich bei den Themen Demokratieförderung gegen die extreme Rechte und gegen Menschenfeindlichkeit engagieren. Die Förderung hilft den Organisationen, ihre Arbeit weiter zu professionalisieren und zu verstetigen, und wirkt mit dem Ziel der Weiterentwicklung erfolgreicher Arbeitsansätze auf den Aufbau einer bundesweit tätigen Infrastruktur hin.
     

Modellprojekte

  • Ausgewählte Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und zur Demokratiestärkung im ländlichen Raum
    Die Aufgabe der Modellprojekte besteht in der Ausarbeitung innovativer Ansätze für die Kinder- und Jugendarbeit im Hinblick auf die Demokratieförderung im ländlichen Raum sowie die Prävention gegen extremistische Ideologien und Menschenfeindlichkeit. 
  • Radikalisierungsprävention
    In dem Bundesprogramm existiert noch eine Sondergruppe von Modellprojekten, die sich der Prävention von Radikalisierungsprozessen widmen (z. B. in den Bereichen Extreme Rechte, gewaltförmige islamistische Phänomene etc.).
  • Engagement und Vielfalt in der Arbeits- und Unternehmenswelt
    In Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern soll ein Unterstützungsnetz zur Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention geknüpft werden. Ziel ist es, gemeinsam in den Betrieben und Unternehmen Konzepte zu erproben, um Demokratie- und Menschenfeindlichkeit am Arbeitsplatz entgegenzutreten.
  • Demokratieförderung im Bildungsbereich
    Neue Modelle zur Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention sollen bei den Kindern und Jugendlichen in ihren Lebenswelten, sozialen Räumen, Kitas und andere Bildungseinrichtungen stattfinden. Ziel ist es die vielfältige Demokratie im Alltag zu erleben und zu erlernen. 
  • Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft
    In diesem Programmbereich sollen Strategien und Ansätze entwickelt werden, die sich mit rassistischen und diskriminierenden Haltungen und Handlungen auseinandersetzen. Zudem werden neue Formate gefördert, die helfen sollen aufgeladene gesellschaftspolitische Konflikte demokratisch auszuhandeln.
  • Stärkung des Engagements im Netz - gegen Hass im Netz
    Hier sollen Projekte gefördert werden, die zur Stärkung der Demokratie im Netz beitragen. Dazu sollen durch pädagogische Formate Kompetenzen an Kinder/Jugendliche, Eltern und Multiplikator_innen vermittelt werden. Menschen, die von Rassismus und Diskriminierung betroffen sind, sollen durch die Entwicklung neuer Formate empowert werden.
  • Prävention und Deradikalisierung in Strafvollzug und Bewährungshilfe
    Ziel ist es präventiv-pädagogische Angebote für inhaftierte jugendliche Straftäter_innen zu schaffen und sie in und nach dem Strafvollzug unterstützend zu begleiten. Weiterhin werden Ansätze der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit für bereits ideologisch radikalisierte Inhaftierte gefördert.

Weitere Infos finden Sie auf der Homepage des Bundesprogramms "Demokratie leben!"
Ausgewählte Bildungsmaterialien
zu den Themen:
Rechtsextremismus
Rassismus
Antimuslimischer Rassismus
Antiziganismus
Antisemitismus
Flucht und Asyl
Nationalsozialismus
Religiöser Fundamentalismus
Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft
Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit