Aktive Medienarbeit bezeichnet eine gebräuchliche Methode der Medienpädagogik beruhend auf dem Prinzip des Handelnden Lernens (John Dewey). Grundgedanke hierbei ist der Erwerb von theoretischem und praktischem Wissen im Prozess der tätigen Aneignung eines Gegenstandsbereichs. Aktive Medienarbeit findet in Projekten zur Rechtsextremismusprävention zentral oder als Teil eines Gesamtkonzepts Anwendung. Die Herstellung eines Medienproduktes motiviert Jugendliche, sich mit einem Thema intensiv zu beschäftigen.

Das Projekt Objektiv – Junge Medienmacher mit Durchblick (2015–2019) etwa sensibilisiert junge Menschen mit speziell entwickelten Workshop-Formaten für Stereotype und die Verbreitung von Antisemitismus und Rassismus in den Medien. Medienkritisch geschult erarbeiten die Teilnehmer_innen dann in einem zweiten Schritt selbst gemeinsam neue Medienprodukte und verinnerlichen auf diese Weise reflexiv den geschärften Blick für Stereotype und Einseitigkeiten.

Einen interessanten Ansatz verfolgt auch das Projekt Jugend im Land 3.0 (2015–2019), das neue Formen demokratischer Mitbestimmung und Förderung bürgerschaftlichen Engagements bei Kindern und Jugendlichen in ländlichen Regionen entwickelt. Es nutzt die bei Kindern und Jugendlichen beliebten Online-Medien und -Kommunikationsformen (Computerspiele wie Minecraft, digitale und soziale Medien) im Zusammenspiel mit bewährten Methoden der politischen Bildung zur Demokratie- und Engagementförderung. So bauen Kinder und Jugendliche anhand des Bausimulationsspiels „Minecraft“ öffentliche Einrichtungen für ihr Lebensumfeld nach ihren Wünschen (Freibad, Hallenbad, Kino, Tierpark, großer Spielplatz, Einkaufsladen, Rathaus, Kirche). Diese Entwürfe werden nach Prüfung auf Umsetzbarkeit Vertreter_innen der Kommunalpolitik vorgestellt. Umsetzung und  Ergebnisse werden in den sozialen Medien präsentiert.

Das Projekt New Faces – Mit Kultur und Medien gegen Antisemitismus (2011–2014) verbindet Begegnungspädagogik und aktive Medienarbeit. Ziel ist es, Jugendliche über die Begegnung und den Austausch mit jungen in Berlin lebenden Israelis für das vielschichtige Auftreten von Antisemitismus in der Gegenwart zu sensibilisieren. Dabei setzt das Projekt auf Themen, die Jugendliche interessieren: in jugendkulturellen medienpädagogischen Workshops zu Comics, Theater, Foto, Video, Musik (wie Punk, Techno, Hip Hop) oder Graffiti erarbeiten die Jugendlichen zusammen mit dem Projektteam Medienprodukte, die ihre Auseinandersetzung mit Antisemitismus spiegeln und außerdem einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Kernidee ist, über direkten Kontakt und kreative Kooperation Vorurteile über Juden und über Israel abzubauen.


Quellen: 

Hüther, Jürgen/Schorb, Bernd/Brehm-Klotz, Christiane (Hg.): Grundbegriffe Medienpädagogik. München: KoPäd Verlag 1997
Ausgewählte Bildungsmaterialien
zu den Themen:
Rechtsextremismus
Rassismus
Antimuslimischer Rassismus
Antiziganismus
Antisemitismus
Flucht und Asyl
Nationalsozialismus
Religiöser Fundamentalismus
Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft
Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit