Macker, Zicke, Trampeltier – Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in Kindertageseinrichtigungen. Handbuch für die Fortbildung

Die Fachstelle Kinderwelten ist 2011 hervorgegangen aus mehreren Kinderwelten-Projekten, die seit 2000 im Institut für den Situationsansatz durchgeführt wurden. Die Fachstelle steht für den Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung in Kitas und Schulen. Das Handbuch versammelt Übungen und methodische Schritte für die Fortbildung von Erzieher_Innen, die sich für vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in Kindertagesstätten engagieren und sich auf diesem Gebiet qualifizieren möchten. Die Übungen wurden in Fortbildungen erprobt, die im Berliner Projekt KINDERWELTEN in den Jahren 2000 bis 2003 stattfanden.

Medium:
Handbuch

Projekt:
Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

Ziel:
Sensibilisierung für Einseitigkeiten und Diskriminierung in Kindertagesstätten

Zielgruppe:
Fachkräfte der Fortbildung und Beratung von Erzieher_innen und Kitaleiter_innen

Umfang / Länge:
163 S.

Autor(in) / Herausgeber(in):
Petra Wagner, Stefani Hahn, Ute Enßlin

Ort:
Weimar, Berlin

Erscheinungsjahr:
2006

ISBN-Nr. / ISSN-Nr.:
3-937785-39-6

Art der Publikation:
Broschüre

Inhalt

Nach einer Einführung sind im darauf folgenden zweiten Kapitel wesentliche Inhalte und Grundlagen vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung zusammengefasst. Dort wird erläutert, warum vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung gerade auch in Kindertageseinrichtungen von Bedeutung sind, welche Kompetenzen von den Fachkräften gefordert werden und wie diese sich von "Interkulturellen Kompetenzen" unterscheiden.    

Das dritte Kapitel vermittelt die Prinzipien vorurteilsbewusster Fortbildungspraxis. Diese beziehen sich direkt auf den Anti-Bias-Ansatz von Louise Derman-Sparks und folgen dem Grundsatz, dass die Ziele vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung auch in der Fortbildungspraxis gelten und erkennbar sein müssen. Die Prinzipien sollen das Verständnis für den Umgang mit den Übungen erweitern und enthalten Hinweise zur methodischen Ausgestaltung der Fortbildungen.

Im vierten Kapitel werden die Übungen detailliert beschrieben. Die Übungen 1 und 2 dienen den Teilnehmer_innen dazu, einander kennen zu lernen. Die Übungen 3 bis 8 bieten Teilnehmer_innen die Gelegenheit, verschiedene Aspekte ihrer Identität gemeinsam herauszuarbeiten. Die Übungen 9 bis 13 unterstützen die Teilnehmer_innen dabei, Diskriminierung zu erkennen und Ideologien benennen zu können. Ein Einstieg in die vorurteilsbewusste Praxis findet sich in den Übungen 14 bis 17. Mit der Übung 18 lassen sich Workshops gut abschließen. Die Übungen sind alle gleich aufgebaut (Einleitung, Ziele, Zielgruppen und Setting, An welche Stelle im Prozess passt diese Übung?, Beschreibung der einzelnen Schritte, ggf. Fortsetzung und Vertiefung, Arbeitsblätter/Folien). Die Arbeitsblätter zu den Übungen als Kopiervorlagen noch einmal auf der beigefügten CD-ROM hinterlegt.

Im fünften Kapitel wird eine thematische Entwicklungswerkstatt beschrieben, die im Rahmen des Projekts KINDERWELTEN durchgeführt wurde und in der die Teilnehmer_innen über einen längeren Zeitraum hinweg an der Entwicklung von Praxisideen zu bestimmten Themen arbeiteten. Ziel ist es, Anregungen für Fortbildungen zu geben, in denen an der Gestaltung vorurteilsbewusster Praxis gearbeitet wird. Anregungen für eine solche Praxis finden sich in den Texten ganz am Ende des Handbuchs: Es sind kurze Erfahrungsberichte aus Entwicklungswerkstätten zu unterschiedlichen Themen wie Sprachenvielfalt, Zusammenarbeit mit Eltern, Persona Dolls, Raumgestaltung und Bilderbücher.

Anwendungsbereich

Das Buch wendet sich in erster Linie an erfahrene Fachkräfte der Fortbildung und Beratung von Erzieher_innen und Kitaleiter_innen. Ein Teil der Übungen bezieht sich explizit auf den Arbeitsbereich Kindergarten, ein Teil kann auch für Fortbildungen in anderen Berufsgruppen eingesetzt werden. Ein weiterer Teil der Übungen müsste verändert und an die Fragestellungen der jeweiligen Gruppen angepasst werden. Die Übungen enthalten jeweils genaue Hinweise diesbezüglich. Bei Berücksichtigung der Hinweise können Fortbildungskräfte aus anderen Bereichen die eine oder andere Übung für ihre Seminare oder Tagungen benutzen. Dies gilt nicht für den letzten Teil des Buches, in dem eine Entwicklungswerkstatt beschrieben wird, die Fortbildung mit Praxisentwicklung in Kindertageseinrichtungen unmittelbar verknüpft. Da das Buch 2006 erschienen ist, sind auch gegenwartsbezogene Anpassungen zu empfehlen (z. B. unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse oder im Hinblick auf Sprachgebrauch).  

Die Autor_innen empfehlen Fachkräften, die Übungen zuerst selbst zu erfahren und ihre Wirkungen an sich zu erleben, bevor sie sie anwenden, da die Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Diskriminierung für die Telnehmer_innen belastend sein oder Widerstände hervorrufen kann.

Die Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung bietet auch Fortbildungen und Qualifizierungen, Fachtagungen und Beratungen an. Weitere Hinweise, auch zu neueren Publikationen, finden sich auf der Website der Fachstelle Kinderwelten.

Siehe auch Konzeptpool: Anti-Bias-Ansatz (Elementarpädagogik).

Ansprechpartner
Fachstelle Kinderwelten im Institut für den Situationsansatz (ISTA) in der Internationalen Akademie Berlin gGmbH (INA)
Muskauer Str. 53
10997 Berlin
https://situationsansatz.de/fachstelle-kinderwelten.html
fachstelle@kinderwelten.net
Telefon: 0 30 / 6 95 39 99-01