Was ist die World Café-Methode?

Herkunft

Die Methode "World Cafe" (dt. Welt-Café) ist in Tagungen, Workshops, bei Seminaren oder ähnlichen Zusammenhängen eine fest etablierte Größe. Sie wurde in den 1990er Jahren in den USA entwickelt und eignet sich ab einer zweistelligen Gruppengröße. Sie lässt sich aber mit hunderten Teilnehmenden durchführen.

Ausführung

Das Setting ist meist eine geräumige Fläche, um mehrere Tische, idealerweise rund und nicht zu groß, aufzustellen und die bestenfalls Platz für vier bis sechs Personen bieten. Auf den Tischen befindet sich jeweils mindestens eine beschreibbare Papiertischdecke oder alternativ ein Plakat und Stifte.

Es gibt eine feste Gesamtmoderation, die vorher das Thema, das Ziel und den Ablauf erklärt. Jeder Tisch hat eine:n Gastgeber:in, der:die nicht ausgetauscht wird, und erhält eine Fragestellung, die sich von den jeweils anderen Tischen unterscheidet. Die gastgebende Rolle sollten Freiwillige aus dem Kreis der Teilnehmenden übernehmen.

Die Teilnehmenden sollen die Atmosphäre als ungezwungen und wie in einem Straßen-Café erleben. Nach einer bestimmten Zeit, meist 15-20 Minuten, sollen die Teilnehmenden die Tische und damit die Fragestellungen wechseln. Wichtig ist auch, dass die Gruppen sich im Laufe der Methode durchmischen. Wenn eine neue Gruppe den Tisch aufsucht, resümiert der:die Gastgeber:in das vorher Gesagte und begleitet die Diskussionen mit der neuen Gruppe. Bevor sie wechseln bzw. während des Gesprächs, schreiben die Teilnehmenden die wichtigsten Punkte aus ihrem Austausch auf die Tischdecken bzw. auf den Plakaten auf.

Am Ende eines World-Cafés steht ein Abschluss-Plenum, auf dem die dokumentierten Gedankengänge zu den jeweiligen Fragestellungen von den gastgebenden Personen vorgestellt werden.

Vorbereitung

Das Thema wie auch die Zielsetzung müssen im Vorhinein feststehen. Auch die einzelnen Fragestellungen sollten geklärt sein. Die Fragen sollten aufeinander aufbauen, jedoch getrennt voneinander behandelt werden können. Offene Fragen zu stellen ist sinnvoll, um neue Gedanken und Ideen zu befördern. Die Organisator:innen müssen sich darüber im Klaren sein, wer teilnimmt und wie sie die Teilnehmenden in Gruppen aufteilen wollen: homogen oder mit unterschiedlichen Hintergründen.

Ziel

Die Teilnehmenden sollen durch die ungezwungene Atmosphäre Berührungsängste verlieren und sich dadurch leichter kennenlernen können. So fällt es vielen weniger schwer, in tiefgründige Gespräche und Diskussionen zu kommen. Gerade für den Anfang einer Tagung (oder eines Workshops) ist das Format damit interessant. Aber auch wenn es um die Reflexion konkreter Fragen geht, ist das World Café sehr geeignet.


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