Was ist Ultra-
nationalismus?

Was verstehen wir unter Ultranationalismus?

Der Begriff Ultranationalismus und dessen Bedeutung ist dem Rechtsextremismus zuzuordnen. Ultranationalismus bildet dabei einen wesentlichen Eckpfeiler rechtsextremer Ideologien. Er beschreibt das Gefühl einer absoluten Überhöhung der Nation der man sich zugehörig fühlt, bei gleichzeitiger Abwertung anderer Nationen. Die Nation ist alles und alles andere hat sich diesem Primat unterzuordnen. Ein eigenständiger Staat in den Grenzen die man für die Nation beansprucht ist somit das absolute Endziel.1 (vgl. TREX-Projektteam/Bozay 2024, S. 7)

Ultranationalismus und Demokratie

Ultranationalismus schließt Formen der Demokratie nicht zwangsläufig aus, aber nur, wenn dabei die eigentliche Zielsetzung nicht infrage gestellt wird. Pluralismus und Minderheitenrechte haben in diesem Ideenkonstrukt keinen Platz. Auch weil im Verständnis des Ultranationalismus eine Nation meist mit einer homogenen Ethnie (völkisch) einhergeht.2(Als vermeintliche Ausnahmen können z. B. die USA oder auch die Türkei gelten. Die Hautfarbe (natürlich rassistisch konnotiert) und Herkunftsregion spielen in der USA eine sehr viel stärke Rolle im Ultranationalismus als die eine Ethnie. Die türkischen Spezifika werden weiter unten näher erläutert.)Dadurch sind Minderheiten, gerade wenn sie in einem anderen Staat die Mehrheit stellen, dem permanenten Verdacht ausgesetzt, Verräter zu sein und die Nation zu schwächen.3(vgl. Weber 2025; vgl. Wagner 2020)Autoritarismus, auch in demokratischer Verkleidung, ist daher, durch das ständige Bedrohungsszenario, das im Ultranationalismus vorherrscht, eine unausweichliche Entwicklung.4(vgl. Weiß 2017; vgl. Heller 2017)

Ultranationalismus und Gewalt

Durch die ständig heraufbeschworenen Bedrohungen durch innere5(Schon Forderungen von Minderheiten z. b. nach begrenzter politischer Autonomie oder nach Schutz ihrer Sprache werden als Angriffe auf die nationale Souveränität verstanden.)und äußere Feinde wird Gewalt im Ultranationalismus als ein legitimer und notwendiger Akt gewertet, um die innere Verfasstheit der Nation zu gewährleisten. Auch gewaltsame Landnahmen werden im Ultranationalismus als ein Akt der Verteidigung nationaler Interessen legitimiert. Oft wird dafür auf die Historie (z. B. altes Siedlungsland) zurückgegriffen, um gewaltsame territoriale Verschiebungen zu rechtfertigen oder es werden Hilfegesuche der eigenen Ethnie aus z. B. einem Nachbarland angeführt, um die militärische Besatzung zu rechtfertigen.6(In der Begründung für den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine finden sich z. B. u. a. beide Legitimationsstränge.)Der Sicherheitsapparat (Polizei, Geheimdienst und Militär) nimmt dadurch zwangsläufig eine Schlüsselrolle ein und wird dementsprechend ausgerüstet sowie als "Hüter der Nation" glorifiziert.7(vgl. Reisinger 2017; vgl. Kraft 2022; vgl. von Trotha 2021)

Warum Ultranationalismus und nicht Rechtsextremismus?

Im oberen Kapitel wurde ausgeführt, dass Ultranationalismus zum Spektrum des Rechtsextremismus gehört und somit nicht als eigenständige Ideologie bzw. in Abgrenzung zum Rechtsextremismus gelesen werden kann. Jedoch wird im bundesrepublikanischen Raum, spätestens seit dem Bundesprogramm "Initiative Demokratie stärken", das von 2011 bis 2014 lief, Ultranationalismus als Synonym für rechtsextreme Einstellungen/Ideologien verwendet, deren Anhänger:innen zwar in Deutschland leben, die sich aber nicht auf Deutschland beziehen (historisch wie aktuell)8(Der Fokus lag dabei auf Menschen mit türkischer Migrationsgeschichte).9(vgl. Leistner 2014)Dieser Rechtsextremismus fokussiert sich auf die Herkunftsländer der Anhänger:innen.10(Bei vielen Anhänger:innen bedeutet es eigentlich, dass sie Anhänger:innen eines Rechtsextremismus sind, der sich auf die Herkunftsländer ihrer Eltern oder Großeltern bezieht.)Es ist damit eine sprachliche Unterscheidung, nicht eine genuin inhaltliche. Aber er soll natürlich auch darauf hinweisen, dass es Unterschiede zwischen dem Rechtsextremismus nicht-deutscher Prägung und des deutschen Rechtsextremismus gibt.

Ultranationalismus bei Menschen mit türkischer Migrationsgeschichte

Der Ultranationalismus bzw. Rechtsextremismus bei Menschen mit türkischer Migrationsgeschichte wird hier als Beispiel gewählt, da es der am besten erforschte in Deutschland ist und oftmals als Synonym speziell für den türkischen Rechtsextremismus verwendet wird. Aber natürlich sind nicht nur manche Menschen mit türkischer Migrationsgeschichte Anhänger:innen eines Ultranationalismus, sondern auch bei Gruppen die eine andere Migrationsgeschichte vorweisen gibt es Anhänger:innen rechtsextremer Ideologien. Dabei werden oft aber andere Begriffe genutzt um das Phänomen zu umschreiben, wie z. B. "Transnationaler Extremismus" oder "Auslandsbezogener Extremismus".11(vgl. Bundesamt für Verfassungsschutz 2023; vgl. Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage 2018)

Ideologie und Ziele

Es gibt viele unterschiedliche Strömungen im türkischen Ultranationalismus, die sich in ihrer Ausrichtung und ihren Strategien mal mehr, mal weniger voneinander unterscheiden.12(Generell sind ultranationalistische Ideen zumindest in Versatzstücken in der türkischen Gesellschaft und Politik sehr präsent und akzeptiert.)Die bekannteste und am dominantesten-auftretende Gruppierung ist die Ülkücü (dt. Idelalist:innen) – Bewegung und die damit verbundenen "Grauen Wölfe".13(Als Graue Wölfe wurden anfänglich nur diejenigen bezeichnet, die Mitglieder von paramilitärischen Einheiten aus dem Umkreis der MHP (Milliyetçi Hareket Partisi) waren, die ab den 1970er Jahren gewaltsam (von Straßenschlachten bis Massakern) gegen politische Gegner vorgingen bzw. vorgeht.)Sie wiederum teilt sich ebenfalls in verschiedene Zusammenschlüsse mit teils gegensätzlichen Grundsätzen und Zielen auf. Vor allem der Stellenwert des Islams im eigenen Selbstverständnis stellt einen Gegensatz zwischen den verschiedenen rechtsextremen Strömungen dar.14(vgl. Alevitische Gemeinde Deutschland 2013, S. 69-70; vgl. Şahin 2022, S. 9-12 u. 17-19)

Jedoch gibt es auch einige gemeinsame Grundsätze und Zielsetzungen auf die sich alle Strömungen einigen können:

  • Territoriale Ausbreitung (Turanismus und/oder Neo-Osmanismus)
    • Turansimus/Panturkismus
      • Turan steht in der Mythologie für das nicht näher bestimmte ursprüngliche Siedlungsgebiet der Türken in Zentralasien, aus dem sie aber der Legende nach vertrieben wurden. Aus dieser Erzählung entstand der Panturkismus oder auch Turanismus, auf dem das Streben türkischer Rechtsextremer nach territorialer Expansion vom Balkan über Zentralasien bis zur chinesischen Provinz Xinjiang fußt. Das dahinterstehende Ziel ist es, alle Turkvölker zu vereinen und ein mächtiges Reich zu errichten. Somit wird im türkischen Ultranationalismus nicht unbedingt die eine bestimmte Ethnie als das Zugehörigkeitsmerkmal konstruiert, sondern die Turksprache der Turkvölker15(Das sind an die 200 Millionen Menschen und dazu zählen u. a. Aserbaidschaner:innen, Turkmen:innen, Uiguren:innen oder Kirgis:innen.)nimmt diese Rolle ein.16(vgl. Bozay/Mangitay 2024, S. 66)
    • Neo-Osmanismus
      • Der Turanismus ist die eigentliche Erzählung der rechtsextremen Bewegung in der Türkei. Das osmanische Vielvölkerreich wurde, auch im Sinne des Staatsgründers der modernen Türkei, Mustafa Kemal Pascha (Atatürk), abgelehnt. Doch in ultranationalistischen Kreisen, die den Islam als das zentrale Element ihrer Ideologie ansehen (z. B. die auch in Deutschland sehr aktive Mili Görüs-Bewegung, um Necmettin Erbakan), ist die Rückbesinnung auf das Osmanische Reich und die Etablierung der heutigen Türkei als das Zentrum der islamischen Welt ein wichtiges Anliegen. Dabei läuft es nicht unbedingt auf tatsächliche Expansionsbestrebungen hinaus, sondern auf die Etablierung türkischer Vorherrschaft in den ehemaligen Gebieten des Osmanischen Reichs, aber auch mit dem Anspruch diesen auf die ganze Welt auszudehnen. Das Ziel, den Islam weltweit zu verbreiten, ist ebenfalls Teil dieses Anspruches.

Die früheren Gegensätze von Turanismus und Neo-Osmanismus sind in der jüngeren Vergangenheit weitgehend aufgelöst bzw. haben sich stark abgeschwächt.17(vgl. Alevitische Gemeinde Deutschland 2013, S. 72-73)

  • Türkisch-Islamische-Synthese
    • Diese Synthese behauptet nichts anderes, als dass die türkische Entstehungsgeschichte und der Islam untrennbar miteinander verbunden seien. Sie findet, nachdem so etwas in den Anfängen des türkischen Rechtsextremismus noch abgelehnt wurde, breite Akzeptanz. Im Umkehrschluss bedeutet es, dass Menschen anderen Glaubens oder Atheisten ausgeschlossen werden.18(vgl. Alevitische Gemeinde Deutschland 2013, S. 73; vgl. Bozay/Mangitay 2024, S. 59-60)
  • Türkentum/Rassismus
    • Wie im Turanismus schon beschrieben, ist es im türkischen Ultranationalismus maßgeblich, aus welchem Gebiet jemand kommt, um zu den sogenannten Turkvölkern zu gehören. Das umfasst aber sehr wohl angebliche gemeinsame Wesens- und phänotypische Merkmale, die als Ausscheidungskriterien für andere in den Gebieten ansässige oder zugezogene Ethnien dienen.19(vgl. Alevitische Gemeinde Deutschland 2013, S. 73-74; vgl. Şahin 2022, S. 9-13)
  • Neun-Strahlen-Doktrin – Führerprinzip
    • Die Neun-Strahlen-Doktrin geht zurück auf den langjährigen Führer der türkischen Rechtsextremen Alparslan Türkeş.20(Die er wiederum von früheren Vordenkern der türkischen extremen Rechten mehr oder weniger übernommen hat.)Die Doktrin würde die Grundlage für einen ultranationalistischen Staat abbilden. Sie umfasst die Punkte: Nationalismus, Idealismus, Moralismus, Sozialismus, Wissenschaftlichkeit, Liberalismus und Individualismus, Agrarismus, Volksnähe und Industrialisierung. Vor allem aber ging es Türkeş darum, mit der Doktrin das alleinige Führerprinzip (Başbuğ) zu etablieren.21(vgl. Alevitische Gemeinde Deutschland 2013, S. 74; vgl. Bozay/Mangitay 2024, S. 59)
  • Feindbilder
    • Der türkische Rechtsextremismus sieht sich mit einer Vielzahl von Feinden konfrontiert. Von außen zählen vor allem, aus unterschiedlichen Gründen, die USA, Israel, die EU, Griechenland und Armenien dazu und im Inneren seien ethnische Gruppen wie Armenier, Griechen und Kurden (deren Existenz als eigenständige Volksgruppe ohnehin geleugnet wird), religiöse Gruppen wie Alevit:innen, Juden:Jüdinnen, Jesid:innen und Christ:innen sowie linksorientierte Gruppen daran interessiert, die Türkei zu schwächen. Zudem würden innere "Feinde" in dieser Gedankenwelt von den äußeren "Feinden" gezielt gesteuert.22(vgl. Alevitische Gemeinde Deutschland 2013, S. 74; vgl. Buğur/Ohlenforst 2024, S. 20; vgl. Reisinger 2017; vgl. Internationale Gesellschaft für Menschenrechte o.J.; vgl. Küpeli/Perspek‘tif:a 2023 S. 10-29)

Entstehungsgeschichte und Wirken in Deutschland

Unter den Menschen, die aus der Türkei nach Deutschland als sogenannte Gastarbeiter:innen migrierten, gab es auch einzelne, die ihre politischen Ideen von weit links bis rechts mitbrachten.23(Durch den Putsch in der Türkei von 1980 setzte eine erhöhte Fluchtbewegung von politischen Andersdenkenden aus beiden politischen Lagern ein und verstärkte damit die Spannungen innerhalb der türkischen Community in Deutschland.)Daher bildeten sich schon Anfang der 1970er erste "Auslandsvertretungen" extrem rechter Parteien in Deutschland. Jedoch mussten sich diese 1977 aufgrund eines Verbotserlasses des türkischen Verfassungsgerichtes wieder auflösen. Das hielt sie aber nicht davon ab, weiter in der Bundesrepublik aktiv zu sein. Um das Verbot zu umgehen, gründeten sie Idealistenvereine.24(vgl. Bozay/Mangitay 2024, S.76 -84; vgl. Dammmüller 2025)In der deutschen Öffentlichkeit werden diese Vereine meist nicht wirklich wahrgenommen, was auch deren Zielsetzung entspricht. Sie wollen bei Menschen mit türkischem Migrationshintergrund Aufmerksamkeit erregen und von der deutschen Öffentlichkeit in Ruhe gelassen werden.25(Die Vorkommnisse während der Europameisterschaft 2024 haben diese Strategie zwar ad absurdum geführt, jedoch wurde die Berichterstattung in den deutschen Medien wiederum genutzt, um zu zeigen, dass man ein Opfer von Diskriminierung seitens der deutschen Mehrheitsbevölkerung ist.)Menschen mit türkischer Migrationsgeschichte können, nach dem Verständnis der Rechtsextremen zwar deutsche Staatsangehörige werden, sollen aber weiterhin Türken bleiben und sich vor allem für die Interessen der Türkei in Deutschland starkmachen, sei es z. B. durch das Engagement in Parteien und zivilgesellschaftliche Organisationen oder auch durch die Mitarbeit in kommunalen Integrationsbeiräten. Diese Strategie geht zurück auf die Idee des "Europäischen Türkentums" von Alsparslan Türkeş. Diese sieht vor, dass wenn auch der eigene Lebensmittelpunkt dauerhaft nicht in der Türkei liege, die Türkei (und damit ist automatisch der türkische Rechtsextremismus mitgemeint) die geistige Heimat von allen "Türkeistämmigen" bleibe.26(vgl. Bundesamt für Verfassungsschutz 2023; vgl. Şahin 2024, S. 14; Alevitische Gemeinde Deutschland 2013, S. 76-77)

"Werde Deutscher, bleibe Türke"

Zudem werden tatsächliche rassistische oder vermeintliche rassistische Vorfälle gegenüber Menschen mit türkischer Migrationsgeschichte genutzt, um das Gefühl des Nicht-Dazuzugehören zu verstärken und damit die Menschen weiter an die Türkei und die rechtsextreme Ideologie zu binden.27(vgl. Sendker 2024; Alevitische Gemeinde Deutschland 2013, S. 77)

Das agieren im Hintergrund bezieht sich dabei aber immer auf die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Andere Minderheiten, die im türkischen Ultranationalismus als Feinde gelten, werden sehr wohl in Deutschland bedroht, was auch in körperlicher Gewalt bis hin zu Mord münden kann.28(vgl. Amadeu Antonio Stiftung/Kurd-Akad. Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e. V. o. J.; Bozay/Mangitay 2024, S.76-84.)Vor allem ist den rechtsextremen Ideologen aber wichtig, auf die junge Generation einzuwirken und sie im Sinne der ultranationalistischen Ideologie zu indoktrinieren, damit sie nicht ihre vermeintlichen Wurzeln vergessen. Die Jugendarbeit ist daher einer der wichtigsten Pfeiler ihrer politischen Arbeit. Mit Freizeitaktivitäten, Nachhilfeunterricht und auch durch die Anbindung an Sportvereine (besonders im Fußball) versuchen Rechtsextreme Jugendliche zu ködern und anzuwerben. Social-Media dient ebenfalls als ein viel genutztes Medium, um Jugendliche auf sich aufmerksam zu machen und an sich zu binden.29(vgl. Bozay/Mangitay 2024, S. 142-143; vgl. Buğur/Ohlenforst 2024, S. 21; vgl. Wolf 2020)

Die wichtigsten Auslandsorganisationen sind heute die "Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland e.V." (ADÜTDF), mit etwa 7.000 Mitgliedern und organisiert in rund 200 Ortsvereinen, die "ATİB – Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V." (ATİB), mit etwa 2.500 Mitgliedern und organisiert in 25 Vereinen sowie die "Föderation der Weltordnung in Europa" (ANF), mit etwa 1.000 Mitgliedern und in rund 15 Ortsvereinen organisiert. Das sind aber nur die größten und die sich auch direkt auf die Ülükücü-Bewegung berufenden Organisationen. Es gibt ebenfalls Rockervereine oder Kampfsportclubs, die sich auf den türkischen Rechtsextremismus berufen und die Kontakte in das organisierte Verbrechen haben.30(vgl. ozay/Mangitay 2024, S.106-123; Bundesamt für Verfassungsschutz 2023; Wagner/Krause 2024, S. 11-18)

Eine Sonderrolle nimmt die Milli-Görüş (dt. Nationale Sicht) Bewegung und ihr bereits verstorbener Gründer Necemittin Erbakan ein. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und seine Partei Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP) sind maßgeblich von ihr beeinflusst. In Deutschland verfügt sie wahrscheinlich über einen größeren Einfluss auf die türkische Community als die "Grauen Wölfe". Milli-Görüş tritt gemäßigt auf und hat sich auch von allzu radikalen Ansichten ihres Gründers vorsichtig distanziert. Trotzdem finden sich auch bei ihr die für den türkischen Ultranationalismus typischen Ideen und Ziele. Wobei hier die Religion eine zentralere Rolle einnimmt als die Nation, was aber nicht als Abkehr von ultranationalistischen Positionen verstanden werden sollte. Es wird der Türkei vielmehr eine Vorbildfunktion zugeschrieben, um den Islam in der Welt zu verbreiten. Milli-Görüş agiert somit im Graubereich zwischen rechtsstehenden und ganz weit-rechtsstehenden Positionen und kann somit nicht zweifelsfrei zum türkischen Rechtsextremismus gezählt werden. Eine verbindende Position zwischen den Strömungen nimmt sie aber allemal ein31(Ähnliches gilt für die Zusammenschlüsse die der AKP nahestehen oder auch für die deutsche Vertretung der türkischen Religionsbehörde Diyanet, DİTİB.).32(vgl. Alevitische Gemeinde Deutschland 2013, S. 82-92; vgl. Bozay/Mangitay 2024, S. 127-137)

Symbole

  • Wolf
    • Die Bedeutung des Wolfes für die türkischen Rechtsextremen leitet sich aus der Mythologie ab. Ein Wolf soll die geschlagenen und verbliebenen "Urtürken" aus dem Tal (Ergenekon) in das sie sich geflüchtet hatten und das mit der Zeit zu klein für ihre Nachfahren wurde herausgeleitet und zu zahlreichen Siegen geführt haben.
  • Wolfsgruß
    • Das wohl bekannteste Erkennungszeichen der türkischen Rechte und eng verbunden mit der Wolfslegende ist der sogenannte Wolfsgruß. Dabei werden der Zeigefinger und der kleine Finger enganliegend emporgereckt. Der Mittel- und der Ringfinger werden auf den Daumen gelegt.33(Er ähnelt dem Schweigefuchs und dem in der Metall-Szene weit verbreiteten Mano Cornuta Gruß.)Das soll die Umrisse eines Wolfkopfes symbolisieren.
  • Drei Halbmonde cCc ("Üç Hilal")
    • Die drei Halbmonde, die auf der Kriegsflagge der Osmanen abgebildet waren, verkörpern die Herrschaft der Osmanen auf den drei Kontinenten Europa, Afrika und Asien. Es ist ein Ausdruck für die frühere Stärke und drückt den Wunsch aus, zu alter Macht und Einfluss zurückzukehren.
  • Schwur
    • Bei rechtsextremen Veranstaltungen, z. B. der Aufnahme neuer Mitglieder, wird der Schwur gesprochen. Er dient zur Selbstvergewisserung und ist so etwas wie ihr Glaubensbekenntnis. Es gibt zwar unterschiedliche Versionen, der Inhalt bleibt aber gleich: "Ich schwöre bei Gott, dem Koran, bei meiner Heimat, bei meiner Flagge. Ich versichere meinen Märtyrern und Invaliden, dass ich meinem Eid treu bleibe. Als idealistische, türkische Jugend werden wir unseren Kampf gegen den Kommunismus, Kapitalismus, Faschismus und alle Arten von Imperialismus weiterführen. Wir werden den Kampf bis zu unserem letzten Anhänger, letzten Atemzug, letzten Blutstropfen fortsetzen. Unser Kampf wird fortgesetzt, bis wir unsere Ideale, die nationalistische Türkei, das Reich Turan, erschaffen haben. Wir werden niemals aufgeben, wir werden niemals untergehen, wir werden siegen, siegen, siegen. Gott beschützt den Türken und möge ihn erheben."
  • Alttürkische Runenschrift
    • Das Wort "Türk" in alttürkischer Runenschrift geschrieben ist häufig auf Autos aufgeklebt oder als Tätowierung sichtbar. Bei jungen türkischen Rechtsextremen wird es als Erkennungszeichen immer beliebter. Es soll auf die Göktürken zurückgehen, die den Urtürken in der Legende am nächsten kommen, deren größte territoriale Ausdehnung den beanspruchten Gebieten im Turanismus ähneln. Die Bezugnahme auf die Göktürken gibt den "Grauen Wölfen" eine vermeintliche historische-verbriefte Legitimation auf die Gebiete, die sie beanspruchen.34(vgl. Alevitische Gemeinde Deutschland 2013, S. 75-76; vgl. Bozay/Mangitay 2024, S. 64-73; vgl. Bundesamt für Verfassungsschutz 2023)

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum deutschen Rechtsextremismus

An Gemeinsamkeiten fehlt es nicht. Der deutsche Rechtsextremismus und türkische Ultranationalismus alias Rechtsextremismus stimmen in vielen Punkten überein. Beide eint ihr Wille zur aggressiven Expansion. Sie sind queerfeindlich und sexistisch. Sie sind antiwestlich und antikommunistisch eingestellt. Sie verfolgen einen Autoritarismus nach innen und außen. Sie sind antisemitisch und rassistisch. Sie akzeptieren und wenden Gewalt an, um ihre Ziele zu erreichen. Sie leugnen oder verharmlosen einen Völkermord (auch wenn die Dimension der Shoa die Dimension des Genozids an den Armenier:innen bei weiten übersteigt).35(vgl. Çopur 2016)Sie verfolgen einen aggressiven Ultranationalismus ("du bist nichts, dein Volk ist alles"). Sie hängen Verschwörungstheorien an, die wiederum eng mit Antisemitismus verknüpft sind und sie konstruieren Feindbilder, auch um ein ständiges Bedrohungsszenario aufrechtzuerhalten.

In drei Punkten unterscheiden sich die beiden Formen von Rechtsextremismen voneinander. Zum einen ist das die historische Herleitung ihrer Daseinsberechtigung und zum anderen gehören Menschen mit türkischer Migrationsgeschichte, die in Deutschland leben zu den bevorzugten Feindbildern von deutschen Rechtsextremen. Zudem spielt die Religion im aktuellen deutschen Rechtsextremismus eine äußerst marginale Rolle ganz im Gegensatz zum türkischen Rechtsextremismus, in dem die Berufung auf den Islam eine immer dominantere Rolle einnimmt.

Welche Faktoren begünstigen ultranationalistische Einstellungen?

Die Gründe sind vielschichtig und lassen keine einfachen Antworten zu. Abgesehen davon, dass der Einzelne ganz individuelle Gründe vorbringt, um zu rechtfertigen, warum er:sie menschenverachtenden Ideologien anhängt, unterscheiden sich natürlich auch die verschiedenen Zuwanderergruppen in ihrer Motivation stark voneinander. Aber es gibt Hinweise auf Muster und ein gegenseitiges Wechselspiel von Gründen, die zumindest Wege zur Antwort weisen. In mancher Hinsicht unterscheiden sie sich nicht von denen des deutschen Rechtsextremismus. Betont werden muss aber hier noch einmal, dass es sich um vergleichsweise kleine Gruppen von Menschen aus der jeweiligen Community handelt, die sich rechtsextremen Bewegungen anschließen bzw. solchem Gedankengut nachhängen.

Fehlende Anerkennung und Rassismus in Deutschland

Diskriminierungserfahrungen von migrantisierten und rassifizierten Menschen können als "Brandbeschleuniger" betrachtet werden. Besonders bei Menschen, die hier geboren sind, aber als migrantisch gelesen werden, wirkt sich das ständige wiederholende Gefühl der Nicht-Dazugehörigkeit, ausgelöst u.a. durch rassistische Diskurse in der Politik, der Gesellschaft und den Medien, Racial Profiling, Diskriminierung am Wohnungs- und Arbeitsmarkt, die daraus entstehende Perspektivlosigkeit und rassistischer Terror bis hin zu Mord, negativ aus. Die Gefahr, dass ihnen Organisationen durch rechtsextreme Ideologien eine Dazugehörigkeit und vermeintliche Perspektive bieten und glaubhaft vermitteln, ist allgegenwärtig. Auch wenn es auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, dass sich Menschen die Ausgrenzung erleben zu Ideologien und Bewegungen hingezogen fühlen die ebenfalls Ausgrenzung propagieren, ist es auf den zweiten Blick zumindest erklärbar. Sie geben den Ausgegrenzten ein Gefühl der Zugehörigkeit und vor allem ein Gefühl von Macht und Überlegenheit und weisen ihnen einen Weg aus der gefühlten Ohnmacht heraus. Man kann somit konstatieren, dass die erlebte Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft ein wesentlicher Faktor für die Radikalisierung ist.36(vgl. Kahraman 2017, vgl. Bozay et al. 2024)

Einfluss durch das direkte Umfeld und rechtsextreme Gruppierungen

Wenn Menschen im Ausland eine Radikalisierung durch rechtsextremen Gruppen erfahren haben, bleiben sie oftmals weiterhin in diesen Strukturen bestehen, auch wenn sie das Land verlassen. Gibt es bereits in der Familie und im engsten Freundeskreis radikale Ansichten, können Menschen dadurch auch beeinflusst werden. Insofern ist die Möglichkeit eher gegeben, dass sie sich rechtsextremistischen Strukturen und Gruppen zuwenden. Die zusätzlichen Erfahrungen von Rassismus und Ausgrenzung verstärken diese Einstellungen und tragen zur Radikalisierung bei.37(vgl. Bozay 2020; vgl. Hermann 2025; vgl. Kahraman 2017)

Entwicklung im Herkunftsland bzw. im Herkunftsland der (Groß-)Eltern

Aufgrund der heutigen weltweiten Vernetzung bekommen Menschen mit Migrationsgeschichte Entwicklungen in ihren jeweiligen Herkunftsländern bzw. in den Herkunftsländern ihrer (Groß-)Eltern in Echtzeit mit. Durch diese transnationale Verbindung, besteht die Möglichkeit, dass sie potenziell ultranationalistischen Ideen und innenpolitischen Entwicklungen in diesen Ländern einfacher ausgesetzt werden.38(vgl. Biskamp 2018, vgl. Bozay 2020)

Perspektivlosigkeit und toxische Männlichkeit

Eine, auch aus der fehlenden Akzeptanz, entstehende reale oder gefühlte Perspektivlosigkeit, macht es rechtsextremen Akteur:innen leicht, junge Menschen vor allem männliche, von sich zu begeistern. Toxische Männlichkeit, d.h. Härte und Gewalt gegen sich und andere, das Unterdrücken von Gefühlen und Sexismus, werden als etwas Positives dargestellt, was dazu verhelfe, aus dem "Opfersein" herauszukommen.39(vgl. Toprak 2025; vgl. Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage 2010 S. 32-33)

Einfache Antworten auf die Herausforderungen einer Welt im Wandel

Toxische Männlichkeit hängt auch viel mit dem abschließenden Punkt zusammen, warum Menschen sich für eine menschenfeindliche Ideologie wie dem Rechtsextremismus entscheiden. Sie liefert vermeintlich einfache Antworten auf die Herausforderungen einer sich im Wandel befindlichen Welt. Dazu werden Sündenböcke konstruiert, die an allem was schlecht bzw. vermeintlich schlecht läuft, Schuld seien und es bräuchte einen Mann der die alleinige Entscheidungsgewalt innehabe, um die Probleme effektiv zu lösen.40(vgl. Eggers 2016)

Was kann dagegen getan werden?

Im schulischen und außerschulischen Bereich ist es erstmal wichtig überhaupt ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Das muss sich aber in einem rassismuskritischen Rahmen bewegen. Es darf nicht vergessen werden, dass die Angesprochenen auch von Rassismus betroffen sind und der Diskurs darüber nicht zu einer Entlastung für die Mehrheitsgesellschaft führen darf.

Neben dem Bewusstsein müssen auch Materialien zur Verfügung gestellt werden, die die jeweiligen ultranationalistischen Strömungen in ganz unterschiedlichen Gruppen erklären und jegliche sprachliche wie auch visuelle Erkennungsformen erkennbar und übersetzbar machen. Darauf aufbauend können Methoden, die auch zur Bekämpfung des deutschen Rechtsextremismus eingesetzt werden, rassismuskritisch modifiziert, ebenfalls gegen Rechtsextremismen aus anderen Ländern genutzt werden. Zwingend sind dabei eine klare Positionierung seitens des pädagogischen Personals und auch ein aktives Einschreiten bei Vorfällen. Es ist also kein wirklich anderes Vorgehen nötig als beim Kampf gegen den deutschen Rechtsextremismus. Die unten aufgeführte Rubrik "Zum Weiterlesen" beinhaltet auch Materialien die Methoden und Übungen für die pädagogische Arbeit vorstellen. Aber ein noch so ausgeklügeltes pädagogisches Konzept kann die Verwerfungen innerhalb einer Gesellschaft nicht komplett auffangen. Die Problematik des Nichtdazuzugehörens kann nicht in der Schule oder in der Jugendarbeit alleine verändert werden, sondern ist Aufgabe der Politik und Mehrheitsgesellschaft. Diskriminierung muss auf allen gesellschaftlichen Feldern abgebaut werden, um es Einflüster:innen von rechts so schwer wie möglich zu machen.

Zum Weiterlesen

Quellen

Alevitische Gemeinde Deutschland e. V. (2013): Zeichen setzen. Für gemeinsame demokratische Werte und Toleranz. Eine pädagogische Handreichung zum Umgang mit Salafismus, türkischem Ultranationalismus, Antisemitismus und Antiziganismus unter besonderer Berücksichtigung der Situation unter türkeistämmigen MigrantInnen, URL: https://www.vielfalt-mediathek.de/material/zusammenleben-in-der-migrationsgesellschaft/zeichen-setzen-fuer-gemeinsame-demokratische-werte-und-toleranz-eine-paedagogische-handreichung-zum-umgang-mit-salafismus-tuerkischem-ultranationalismus-antisemitismus-und-antiziganismus-unter-besonde (letzter Aufruf 19.02.2026).

Amadeu Antonio Stiftung/Kurd-Akad. Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e. V. (o.J.): Doppelt unsichtbar – Innermigrantischer Rassismus in Deutschland und die organisierte türkische Rechte, URL: https://www.vielfalt-mediathek.de/material/rassismus/doppelt-unsichtbar-innermigrantischer-rassismus-in-deutschland (letzter Aufruf 19.02.2026).

Biskamp, Floris (2018): Über den Umgang mit dem Extremismus der Anderen, in: Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (Hrsg.): Transnationaler Extremismus, Baustein 6, URL: https://www.vielfalt-mediathek.de/material/transnationaler-extremismus-baustein-6 (letzter Aufruf 19.02.2026).

Bozay, Kemal, Borstel, Dirk (2017): Ungleichwertigkeitsideologien in der Einwanderungsgesellschaft, Wiesbaden.

Bozay, Kemal/Mangitay, Orhan (2024): "Ich bin stolz, Türke zu sein!" Graue Wölfe und türkischer (Rechts-)Nationalismus in Deutschland. Eine Informations- und Bildungsbroschüre, 2. Aufl. , URL: https://www.vielfalt-mediathek.de/material/rechtsextremismus/ich-bin-stolz-tuerke-zu-sein (letzter Aufruf 19.02.2026).

Bozay, Kemal (2020): Radikalisierung in der Migrationsgesellschaft – Ursachen und Motive, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Migration und Sicherheit, URL: https://www.bpb.de/themen/migration-integration/kurzdossiers/migration-und-sicherheit/303145/radikalisierung-in-der-migrationsgesellschaft-ursachen-und-motive/ (letzter Aufruf 19.02.2026).

Bozay, Kemal, Özdoğan, Mihri et al. (2024): Ungleichwertigkeitsideologien in der Post-Migrationsgesellschaft: Ursachen und Formen des türkischen Rechtsextremismus in Deutschland und ihre Auswirkungen auf türkeistämmige Jugendmilieus als Herausforderung für die politische Bildung, in: ZRex – Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung, 4(2), S. 190-208, URL: https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/97959/ssoar-zrex-2024-2-bozay_et_al-Ungleichwertigkeitsideologien_in_der_Post-Migrationsgesellschaft_Ursachen.pdf?sequence=1&isAllowed=y&lnkname=ssoar-zrex-2024-2-bozay_et_al-Ungleichwertigkeitsideologien_in_der_Post-Migrationsgesellschaft_Ursachen.pdf (letzter Aufruf 19.02.2026).

Buğur, Derya/Ohlenforst, Vivienne (2024): Präventionsarbeit im türkischen Ultranationalismus. Anwendungsbezogene Erkenntnisse und Hilfestellungen. Abschlusspublikation | TREX, URL: https://www.vielfalt-mediathek.de/material/rechtsextremismus/praeventionsarbeit-im-tuerkischen-ultranationalismus (letzter Aufruf 19.02.2026).

Bundesamt für Verfassungsschutz (2023): Türkischer Rechtsextremismus – Die "Grauen Wölfe", URL: https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/auslandsbezogener-extremismus/tuerkischer-rechtsextremismus-in-deutschland.html (letzter Aufruf 19.02.2026).

Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (2010): Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft, o. O.

Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (2018): Transnationaler Extremismus, Baustein 6, URL: https://www.vielfalt-mediathek.de/material/transnationaler-extremismus-baustein-6 (letzter Aufruf 19.02.2026).

Çopur, Burak (2016): 100 Jahre türkische Völkermordleugnung. Über Täter, Opfer und Widerständler des Verbrechens an den Armeniern, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aghet – Genozid an den Armeniern, URL: https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/genozid-an-den-armeniern/218215/100-jahre-tuerkische-voelkermordleugnung/ (letzter Aufruf 19.02.2026).

Dammmüller, Edda (2025): Der Militärputsch in der Türkei 1980, der bis heute nachwirkt, in: Westdeutscher Rundfunk (Hrsg.): Zeitzeichen, URL: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-der-militaerputsch-in-der-tuerkei–der-bis-heute-nachwirkt-100.html (letzter Aufruf 19.02.2026).

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