Importierter Antisemitismus? Empirische Befunde zu antisemitischen Einstellungen in Deutschland
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Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 wurde im deutschen Diskurs in Bezug auf Migrationspolitik und Antisemitismus oft über einen "importierten Antisemitismus" gesprochen. Das Arbeitspapier "Importierter Antisemitismus? Empirische Befunde zu antisemitischen Einstellungen in Deutschland" untersucht dieses Narrativ der "Importthese" empirisch und analysiert sie in ihrer gesellschaftspolitischen Funktion. Die Studie, die 6.295 Menschen befragte, kommt zum Schluss, dass sich antisemitische Einstellungen nicht auf bestimmte Herkunftsgruppen oder Religionszugehörigkeiten zurückführen lassen können. Sie entstehen vielmehr durch ein Zusammenspiel aus Migrationserfahrung, politischer Einstellung, erinnerungskulturellen Prägungen und sozialem Kontext. Vor allem die Parteipräferenzen und die starke Verschränkung von antisemitischen und antimuslimischen Einstellungen spielen dabei eine herausragende Rolle. Die Studie empfiehlt einen transnationalen, herkunftssensiblen und kontextspezifischen Zugang zur empirischen Antisemitismusforschung.