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Adultismus

Was ist Adultismus?

Der Begriff Adultismus leitet sich von dem englischen Begriff „adult“ für „Erwachsen“ ab und benennt das ungleiche Machtverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen. Denn Erwachsene gehen oft davon aus, „dass sie allein aufgrund ihres Alters intelligenter, kompetenter, schlicht besser sind als Kinder und Jugendliche und sich daher über deren Meinungen und Ansichten hinwegsetzen“ dürfen1Quelle: Ritz 2013, Seite 1. Im Fall von Adultismus werden Menschen auf aufgrund ihres Alters Eigenschaften zugeschrieben, zum Beispiel dass Kinder „egoistisch, vielleicht trotzig, aber auch niedlich, rücksichtslos, unreif oder nicht vertrauenswürdig zu sein. Erwachsene werden demgegenüber als schlau, erfahren, weitsichtig, verantwortungsvoll und vertrauenswürdig gedacht und wahrgenommen2Quelle: Deutsches Rotes Kreuz 2016, Seite 8.

Wo findet sich Adultismus?

Ein ungleiches Machtverhältnis kann sich überall dort finden, wo Kinder und Jugendliche auf Erwachsene treffen. Das kann in der Familie sein, aber vor allem auch in pädagogischen Einrichtungen. So bestimmen in der Kita meistens die Mitarbeiter:innen darüber wann draußen gespielt werden darf oder welches Essen es gibt. Ein anderes Beispiel ist die Schule, in der Lehrer:innen Strafen und Noten an Schüler:innen verteilen, die Schüler:innen haben aber keine Möglichkeit die Lehrkräfte zu bewerten. Hinzu kommt das Erwachsene in Machtpositionen natürlich auch Vorurteile und Ungleichwertigkeitsvorstellungen haben können. Für Kinder und Jugendliche ist es dann aufgrund des ungleichen Machtverhältnisses besonders schwierig sich zum Beispiel gegen Rassismus oder Sexismus zu wehren. Nicht umsonst wird „jemanden wie ein Kind behandeln“ häufig als etwas Beleidigendes und Entmündigendes verstanden.

Welche Auswirkungen hat Adultismus?

Beispiele für adultistisches Verhalten reichen von leicht erkennbaren Formen wie körperlicher Gewalt, Bestrafung und lauter Beschimpfung bis hin zu subtileren Formen wie ungefragtes Belehren, Beschämen, Unterbrechen, Belächeln, Liebesentzug, Schuldzuweisungen und Gesprächen oder Blicken der Erwachsenen untereinander in Bezug auf Kinder3Quelle: Deutsches Rotes Kreuz 2016, Seite 12. Dazu kann auch Loben und Belohnen gehören, wenn damit von Erwachsenen gewünschtes Verhalten verstärkt werden soll.

Durch dieses Machtverhältnis lernen Menschen außerdem von Anfang an, „dass es »normal« ist, dass es ein »Oben« und ein »Unten« gibt und dass es erstrebenswert ist, »oben« zu sein“4Quelle: NBCI 2004, Seite 15 nach Richter 2013, Seite 9. Dieses Schema der Ungleichwertigkeit kann dann dazu führen, dass auch andere Formen der Diskriminierung nicht als Problem wahrgenommen werden.

Was kann ich dagegen tun?

Wichtig ist vor allem die eigenen Vorteile und den Einfluss gegenüber Kindern und Jugendlichen zu reflektieren und mit der eigenen Macht verantwortungsvoll umzugehen. Dazu gehört auch das bewusste Abgeben von Macht, in dem Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt mitentscheiden dürfen.

Die Bedürfnisse, Perspektiven und Kompetenzen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen können sich unterscheiden und häufig geht es auch um den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Trotzdem ist es wichtig sich zu Fragen, ob manche Regeln nur gelten, weil es schon immer so gemacht wurde5Quelle: Ritz 2013, Seite 4f.Solche Reflexionfragen können zum Beispiel sein:

  • Welche Regeln gelten für Kinder, die für Erwachsenen nicht gelten? Und warum?
  • Dient mein Verhalten wirklich dem Schutz des Kindes oder ist es so vor allem einfacher und bequemer?
  • Stehen Sanktionen wirklich im Zusammenhang mit einem Problem oder soll es vor allem eine Strafe für unerwünschtes Verhalten sein?
  • Welche Möglichkeiten gibt es für Kinder und Jugendlichen die Regeln zuhause, in der Kita, in der Schule oder im Jugendzentrum mitzubestimmen?

Zum Weiterlesen


Quellen

Richter, S. (2013): Adultismus: die erste erlebte Diskriminierungsform? Theoretische Grundlagen und Praxisrelevanz. Link zur Publikation

Ritz, ManuEla (2013): Adultismus -(un)bekanntes Phänomen. Erschienen in: Handbuch Inklusion. Grundlagen einer vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung. Verlag Herder 2008. Link zur Publikation