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Verflechtungen. Koloniales und rassistisches Denken und Handeln im Nationalsozialismus: Voraussetzungen, Funktionen, Folgen. Materialien für die Bildungsarbeit

Inhalt

Ausgangspunkt für die Entwicklung der Materialien war die Beobachtung, dass die Dimensionen des kolonialen Denkens und Handelns im Nationalsozialismus in der schulischen wie außerschulischen Bildungsarbeit bis heute zu wenig wahrgenommen werden. Vielmehr werden Kolonialismus und Nationalsozialismus in der Regel getrennt voneinander behandelt. Die Herausgeber_innen wollen mit diesen Materialien beide Themenkomplexe miteinander in Beziehung setzen. Dazu werden die Verflechtungen zwischen rassistischem und kolonialem Denken und Handeln im Nationalsozialismus herausgearbeitet. Sie eröffnen verflechtungsgeschichtliche Perspektiven auf koloniales und rassistisches Denken und Handeln im Nationalsozialismus. Zu diesem Zweck werden vom Kaiserreich ausgehend Voraussetzungen, Funktionen und Folgen solchen Denkens und Handelns im Nationalsozialismus und schlaglichtartig darüber hinaus beleuchtet.

Die Materialien arbeiten Verflechtungen zwischen rassistischen und kolonialen Denkmustern sowie ihre Umdeutungen und Anpassungen im Nationalsozialismus heraus, nehmen globale historische Zusammenhänge stärker in den Blick und erweitern damit die Perspektive auf den Nationalsozialismus. Auf diese Weise setzt das Projekt Impulse für verflechtungsgeschichtliche Ansätze in der Bildungsarbeit. Zugleich gibt es Anregungen für eine multiperspektivische und inklusive Erinnerungskultur.

Im Zentrum der Materialien stehen Biografien von People of Color – also Lebensgeschichten von Menschen, die von den Nationalsozialist_innen und großen Teilen der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ als „farbig“ und damit „minderwertig“ in eine von kolonialrassistischem Denken geprägte Hierarchie eingeordnet wurden. Die Bildungsmodule stellen exemplarisch die rassistische Verfolgung sowie Lebenswege und Handlungsspielräume von Personen vor, die aus ehemaligen deutschen und anderen europäischen Kolonien kamen oder Nachkommen von Migrant_innen außereuropäischer Herkunft waren. Damit beleuchten sie eine Gruppe von Menschen und Aspekte der nationalsozialistischen „Rassenpolitik“ sowie der Außen- und Kriegspolitik, die im Schulunterricht und der historisch- politischen Bildung zum Nationalsozialismus bis heute weitgehend unbeachtet blieben. Es wird aufgezeigt, in welcher Weise rassistische und koloniale Interessen und Praktiken die Lebensbedingungen und Handlungsspielräume von People of Color im Nationalsozialismus prägten und wie sich diese heterogene Gruppe innerhalb der gegebenen Bedingungen verhielt.

Die Materialien setzen überdies die nationalsozialistische Politik gegen People of Color in ein Verhältnis zur rassenantisemitisch begründeten systematischen Ermordung der europäischen Jüd_innen sowie zum antiziganistisch begründeten Genozid an den Sinti_zze und Rom_nja. Am Beispiel des deutschen Vernichtungskrieges in der Sowjetunion werden zudem Bezüge zu Formen des Antislawismus und zu siedlerkolonialen Ambitionen hergestellt, die sich in einer kolonialrassistischen Perspektive auf die nicht jüdischen Bevölkerungen der besetzten Länder niederschlugen. Schlaglichtartig beleuchtet werden Verflechtungen zwischen kolonialrassistischen und nationalsozialistischen Vorstellungen und Praktiken von Gewalt und Kriegführung. Der Fokus liegt auf dem Zusammenhang spezifischer Gewaltpraktiken mit einer rassistischen Feindwahrnehmung, aus der die entgrenzte Gewaltanwendung abgeleitet und legitimiert wurde. Es wird verdeutlicht, in welcher Weise kolonialrassistisches Denken und Handeln die Behandlung von Schwarzen Kolonialsoldaten prägten, und vergleichend dazu Bezug genommen auf den nationalsozialistischen Krieg zur Eroberung von „Lebensraum im Osten“. Anhand dessen wird das Verhältnis zwischen kolonialrassistischen Konzepten, Antisemitismus, Antiziganismus und Antislawismus im Nationalsozialismus ausgelotet.

Über den primär biografischen Zugang werden zwei verflechtungsgeschichtliche Dimensionen beleuchtet. Zum einen werden diachrone Kontinuitäten und Veränderungen kolonialen und rassistischen Denkens von der deutschen Kolonialzeit bis in den Nationalsozialismus und darüber hinaus vorgestellt. Zum anderen wird die Darstellung des Nationalsozialismus in den synchronen Kontext einer Welt eingeordnet, die in weiten Teilen von kolonialen Herrschaftsverhältnissen geprägt war.

Das Material regt dazu an, über die Nachwirkungen von Ungleichheitsideologien und damit verbundene Praktiken von Entrechtung, Ausbeutung und Gewalt nachzudenken. Es macht historische Verflechtungen zwischen Kolonialismus und Nationalsozialismus sichtbar und erweitert damit die Perspektive auf die Geschichte des Nationalsozialismus. Durch Gegenwartsbezüge ermöglicht es Anschlüsse an aktuelle Debatten über Migration und gegenwärtige Rassismen.

Aufbau der Materialien

Die Materialien gliedern sich in insgesamt fünf Module. Diese können in ihrer Gesamtheit, aber auch in Teilen in der Bildungsarbeit eingesetzt werden. Modul 1 gibt einen Überblick über die Zeit vom Beginn der deutschen Kolonialherrschaft im Jahre 1884 bis zum Ende der Weima-rer Republik Anfang 1933. Modul 2 und 3 legen ihren Schwerpunkt auf die Zeit zwischen 1933 und 1939. Modul 4 und 5 fokussieren auf die Jahre des Zweiten Weltkrieges in Europa, also die Zeitspanne zwischen 1939 und 1945.

Anwendungsbereich

Ziel der Bildungsmaterialien ist es, Lehrkräften und Multiplikator*innen in der schulischen
und außerschulischen Bildungsarbeit mit Lernenden ab ca. 16 Jahren ein breites Portfolio an Materialien darzubieten und auf die Bedürfnisse, die Leistungsfähigkeit und das Engagement verschiedener Zielgruppen differenzierend einzugehen. Das Material lässt sich in diverse didaktische Konzepte einbinden, von der Einzelstunde über längere Unterrichtssequenzen bis hin zu Workshop-Formaten.

Das Material ist flexibel im Unterricht einsetzbar. Prinzipiell liegt eine Verknüpfung mit dem Themengebiet „Nationalsozialismus“ nahe, da hier die neuen verflechtungsgeschichtlichen Perspektiven umfassend zum Tragen kommen und eine Erweiterung der gängigen Narrative bewirken. Einige der Materialien sind auch an den Themenbereich „Imperialismus“ (bzw. „Deutscher Kolonialismus“ oder “Kaiserreich“) anschlussfähig (z.B. Teile der Hegner-Familienbiografie in Modul 2 oder das Thema „Völkerschauen“ in Modul 3). Darüber hinaus ist eine Anbindung an die Weimarer Republik im Bereich des Ruhrkampfes bzw. der „Schwarze Schmach“-Kampagne in Modul 1 möglich, um auf Kontinuitäten im nationalsozialistischen anti-Schwarzen Rassismus vorauszuweisen. Denkbar ist schließlich, bei der Auseinandersetzung mit dem Kaiserreich, der Weimarer Republik und dem Nationalsozialismus jeweils ein Thema aus der Materialsammlung als Längsschnitt so zu gestalten, dass Kontinuität und Wandel sukzessive sichtbar werden (wie etwa in der in Modul 2 als ausführliche Variante skizzierten Unterrichtssequenz). 

Medium: Handbuch

Projekt: Rassismen in Kolonialismus und Nationalsozialismus. Formen, Funktionen, Folgen

Ziel: Etablierung einer rassismuskritischen, multiperspektivischen und inklusiven Erinnerungskultur

Zielgruppe: Lehrkräfte und Multiplikator_innen der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit; Jugendliche ab 16 Jahren

Umfang: 170 Seiten

Autor:in / Herausgeber:in :: KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Ort: Hamburg

Erscheinungsjahr: 2018

Kooperationspartner: Universität Augsburg Universität Hamburg

Art der Publikation: Broschüre

Ansprechpartner:

KZ‑Gedenkstätte Neuengamme
Jean-Dolidier-Weg 75
21039 Hamburg
www.verflechtungen-kolonialismus-nationalsozialismus.de/start.html
info@kz-gedenkstaette-neuengamme.de
Tel: 0 40 / 4 28 13 15 00 

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